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Groteske Körper im Mittelalter - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Proseminar Langtext
Veranstaltungsnummer 125979 Kurztext
Semester WiSe 2020/21 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen 12
Turnus Veranstaltungsanmeldung Veranstaltungsbelegung im LSF
Credits
Sprache deutsch
Termine Gruppe: iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Turnus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
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Mi. 12:00 bis 14:00 c.t. woch 02.11.2020 bis 05.02.2021        Geb. C5 3, Raum 2.06   12
Gruppe :
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Büdenbender, Hanna , Dr.
Zuordnung zu Einrichtungen
Kunst- und Kulturwissenschaft
Inhalt
Kommentar

Der Begriff des Grotesken geht auf antike Wanddekorationen der Mischwesen von Mensch-, Tier- und Pflanzenformen zurück, die gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Italien entdeckt wurden. Der Fundort dieser Malereien – die unterirdischen Säle der domus aurea des Kaisers Nero in Rom – führte zur Gattungsbezeichnung grottesche. Im 19. Jahrhundert wird das Groteske zu einer eigenständigen ästhetischen Kategorie. Vor dem Hintergrund der Unterscheidung zwischen hoher Kunst und Volks- bzw. Populärkultur oft abwertend gebraucht, wird in der Folge von Michail Bachtins Theorie von Karneval und Lachkultur der Begriff grotesker Komik im positiven Sinne als volkstümlich entworfen und einer offiziellen Kultur entgegengestellt. Als subversive soziale Praxis ermöglicht der Karneval eine temporäre Umkehrung der alltäglichen hierarchischen Strukturen und Machtverhältnisse. Die Betonung des Körperlichen – der Körperöffnungen und lebensnotwendigen Prozesse der Nahrungsaufnahme, Ausscheidung und Fortpflanzung – dient der Untergrabung von Hierarchien und der Verhöhnung sozialer Normen, die ebenso wie Darstellungen mit apotropäischer Funktion in der sakralen Architektur zum Ausdruck kommen. Die Welt wird auf den Kopf gestellt, die sozialen, Macht- und Geschlechterverhältnisse umgekehrt. Drolerien, die die Ränder illuminierter Handschriften beleben, zeigen das Motiv der verkehrten Welt und machen die Ränder zu Frei-Räumen grotesker Körperdarstellungen außerhalb der kanonischen Hauptillustrationen im Zentrum. Von den marginalen Darstellungen in der Buchmalerei bis zur sakralen und profanen Bauskulptur fragt das Seminar nach dem grotesken Körper, der in der Bildkunst des Mittelalters als das Andere, Ausgeschlossene wiederkehrt.

Literatur

Michail Bachtin: Literatur und Karneval. Zur Romantheorie und Lachkultur, München 1969.

Michael Camille: Image on the Edge. The Margins of Medieval Art, London 1992.

Madeline H. Caviness: Reframing Medieval Art: Difference, Margins, Boundaries, Tufts University, Medford 2001, online unter: http://dca.lib.tufts.edu/caviness/abstract.html

Kathrin Kröll, Hugo Steger (Hg): Mein ganzer Körper ist Gesicht. Groteske Darstellungen in der europäischen Kunst und Literatur des Mittelalters, Freiburg im Breisgau 1994.

Lilian M. C. Randall: Images in the Margins of Gothic Manuscripts, Berkeley 1966.     Jean Wirth: Les marges à drôleries des manuscrits gothiques (1250-1350), Genf 2008.

Jacques Le Goff, Nicolas Truong: Die Geschichte des Körpers im Mittelalter, Stuttgart 2007.

Peter Burke: Helden, Schurken und Narren: Europäische Volkskultur in der frühen Neuzeit, Stuttgart 1981.

Bemerkung

Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt:
Gebäude C5 3, Seminarraum 2.06

Die Teilnahme ist auf 12 Personen begrenzt.

Voraussetzung für die Teilnahme sind die regelmäßige und aktive Beteiligung an den Sitzungen, die Übernahme eines Referates und das Verfassen einer Hausarbeit.

 

Bitte melden Sie sich bis zum 30. Oktober 2020 sowohl über die Anmeldefunktion im LSF als auch per E-Mail an Frau Büdenbender (hanna.buedenbender(at)uni-saarland.de) für die Lehrveranstaltung an.

Leistungsnachweis

Der Leistungsnachweis ist der jeweiligen Studienordnung zu entnehmen.


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Die Veranstaltung wurde 13 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2020/21 gefunden: