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Feminicidio. Kulturelle Auseinandersetzung mit geschlechtsbezogener Gewalt in Lateinamerika (Literatur, Kunst, Film) - Einzelansicht

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Grunddaten
Veranstaltungsart Hauptseminar Langtext
Veranstaltungsnummer 127123 Kurztext
Semester WiSe 2020/21 SWS 2
Erwartete Teilnehmer/-innen Max. Teilnehmer/-innen 25
Turnus Veranstaltungsanmeldung Veranstaltungsbelegung im LSF
Credits
Sprache deutsch/spanisch
Termine Gruppe: iCalendar Export für Outlook
  Tag Zeit Turnus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
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Do. 12:00 bis 14:00 woch          
Gruppe :
 


Zugeordnete Person
Zugeordnete Person Zuständigkeit
Exner, Isabel , Dr. phil.
Zuordnung zu Einrichtungen
Romanistik
Inhalt
Kommentar

Feminicidio, auch femicidio/Femizid, also die Tötung von Frauen aufgrund ihrer Geschlechtszuschreibung, ist eine global anzutreffende Form von Gewalt, die in den letzten 30 Jahren besonders in den Ländern Lateinamerikas eine gravierende Zunahme erfahren hat. International traurig bekannt ist die nordmexikanische Grenzstadt Ciudad Juárez durch die seit den 1990er Jahren anhaltende Serie von systematischen und fast immer unaufgeklärt bleibenden, extrem grausamen Morden an Frauen. Die Coronakrise hat das Phänomen vielerorts noch verschärft. Im ersten Halbjahr 2020 stieg die Femizidrate in Mexiko um 9,3 Prozent, fast 500 sexistische Tötungsdelikte waren in dem Zeitraum allein in diesem Land zu registrieren. In den letzten 20 Jahren sind aber auch zivilgesellschaftliche und kulturelle Widerstands- und Protestbewegungen entstanden („Ni una más”, „Ni una menos”), die die Aufmerksamkeit auf diese spezielle Form der Gewalt und ihre Ursachen lenken, und politische Maßnahmen dagegen einfordern.
Wir werden uns im Seminar zunächst mit den gesellschaftlichen, psychologischen und (geo-)politischen Kontexten und Hintergründen des Phänomens auseinandersetzen (patriarchale, nachkoloniale und postdiktatorische Gesellschaftsordnungen und Geschlechternormen, Neoliberalismus und soziale Ungleichheit, bewaffnete Konflikte, Drogenkartelle, Korruption, Autoritätsverlust von Staatsmacht), sowie verschiedene wissenschaftliche Forschungen und Erklärungsansätze dazu kennenlernen.
Im zweiten Teil des Seminars betrachten wir intermediale Formen der kulturellen Auseinandersetzung mit Feminicidios im lateinamerikanischen Kontext: Schriftsteller*innen, Filmschaffende, Künstler*innen und Aktivist*innen beziehen sich in unterschiedlicher Weise auf solche auch kollektiv traumatisierenden Ereignisse. In der detaillierten Analyse verschiedener Medien werden wir nach der Darstellbarkeit von Gewalt, nach der Problematik sensationalisierender Thematisierung z.B. in journalistischen Formaten oder breit vermarkteter Crime-Fiction, sowie nach den Potentialen des Widerstands, der Kritik oder sogar der Verarbeitung und ‚Heilung‘ in künstlerischen Ausdrucksformen fragen. Das Motiv des Frauenmords wird dabei auch in historischen Beispielen aus Literatur und Kunst vergleichend in den Blick kommen.

Literatur

Bitte lesen Sie bereits in den Semesterferien den 4. Teil des 5-teiligen Romans 2666 von Roberto Bolaño („La parte de los crímenes”). Wer Zeit findet, den gesamten Roman zu lesen: adelante!
Roberto Bolaño: 2666. Barcelona: Anagrama, 2004

 

Auswahl weiterer Texte und Materialien:
Brüder Grimm: Schneewittchen, u.a.
Stanley Kubrick: A Clockwork Orange (1971)
Sergio González Rodríguez: Huesos en el desierto (2003)
Shaul Schwartz: Narco Cultura (Dokumentarfilm 2013)
Narcos México (Serie Netflix, 2019)
Paco Ignacio Taibo II: Los 43 de Iguala (Dokumentarfilm 2019)
Carlos Pérez Osorio: Las 3 muertes de Marisela Escobedo (Dokumentarfilm 2020)
Teresa Margolles: De que otra cosa podríamos hablar (2009)
Violeta Luna: Requiem para una tierra perdida/Fosas cuerpo (2019)
Ni una menos, Nuestras Hijas de Regreso a Casa, Sin miedo, Las Tesis

Theorie:
Boullosa, Carmen/Wallace, Mike: A Narco History. How the United States and Mexico jointly constructed the Mexican Drug War. New York 2015
Elisabeth Bronfen: Over her dead body: Death, Femininity and the Aesthetic (1992)
Rita Laura Segato: La guerra contra las mujeres (2016)
Sayak Valencia: Capitalismo Gore (2016)

Das genaue Seminarprogromm und eine ausführliche Bibliographie erhalten Sie zu Beginn des Semesters.

Teilnehmer*innen für das Zertifikat gender studies können die meisten Texte/Quellen in Übersetzung rezipieren.

Bemerkung

Das Seminar wird voraussichtlich während des gesamten Semesters in e-learning-Formaten durchgeführt. Die Lernplattform Moodle wird neben den wöchentlichen digitalen Zusammenkünften auf MicrosoftTeams der primäre Ort des Austauschs sein. Die Software "Microsoft Teams" steht allen Mitgliedern der Universität kostenlos zur Verfügung, bitte installieren (https://www.office.com, Zugang mit Uni-Kennung, gefolgt von @uni-saarland.de).
Bitte rufen Sie regelmäßig Ihre Uni-E-Mail-Adresse ab, über die zu Beginn des Semesters weitere Informationen zum Seminarablauf verschickt werden.

Sollten Sie nicht über die technischen Ressourcen verfügen, die für die Teilnahme in Moodle und Teams notwendig sind (Computer, Webcam und gute Internetverbindung) bitte ich um Nachricht, wir werden dann versuchen, Lösungen zu finden.

Leistungsnachweis

ECTS/CP (Verwendete Abkürzungen: PL= Prüfungsleistung, SL= Studienleistung)

Lehramt Spanisch, 2010 (LAG S LW 2): 7, SL= Referat, PL= benotete Hausarbeit (ca. 20 Seiten)

Lehramt Spanisch, 2010 (LAG S SLK): 7, SL= Referat, PL= benotete Hausarbeit (ca. 20 Seiten)

Bachelor-Hauptfach Romanistik - Spanisch, 2010 (BA S LW 2): 7, SL= Referat, PL= benotete Hausarbeit (ca. 20 Seiten)

Bachelor-Wahlpflichtfach EuLit - Spanischsprachige Literatur und Kultur: 9, SL= Referat, PL= benotete Hausarbeit (ca. 25 Seiten)

Master-Hauptfach Romanistik - Spanisch, 2010 (MA S LKM): 9, SL= Referat, PL= benotete Hausarbeit (ca. 25 Seiten)

Master-Hauptfach Romanistik - Spanisch, 2010 (MA S F): 7, PL= unbenotetes Exposé zur Masterarbeit

Master-Nebenfach Romanistik - Spanisch, 2010 (MA S LKM): 9, SL= Referat, PL= benotete Hausarbeit (ca. 25 Seiten)

Master-Haupt- und Nebenfach Lateinamerikanische Kultur- und Medienwissenschaft, 2019 (MA LA LKM): 9, SL= Referat, PL= benotete Hausarbeit (ca. 25 Seiten)

Master-Hauptfach Lateinamerikanische Kultur- und Medienwissenschaft, 2019 (MA LA LKM): 7, PL= unbenotetes Exposé oder Portfolio

Gender Studies: nach Absprache in der Sprechstunde


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Die Veranstaltung wurde 20 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2020/21 gefunden: